(STS/Erzhausen) Am Sonntag den 8. Mai wird weltweit der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung gedacht. Das Datum 8. Mai geht zurück auf den Geburtstag Henry Dunants. Er hat im Jahr 1859 auf einer Geschäftsreise in der Nähe Solferinos (Norditalien) die schrecklichen Zustände verwundeter Soldaten erlebt. An einem einzigen Tag sollen dort rund 6.000 Soldaten getötet und weitere 25.000 Männer verwundet worden sein. Dunant unterbrach seine Reise und kümmerte sich mehrere Tage um die Versorgung und Betreuung der Verwundeten. In Folge dieses Ereignisses wurde er zum Ideengeber und somit Gründer für die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. 1876 wurde in Genf das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) gegründet und 1864 die Genfer Konventionen beschlossen. Das damals zentrale Anliegen war in Friedenszeiten freiwillige Hilfsorganisationen zu bilden, die sich auf die Versorgung und Betreuung von Kriegsverwundeten vorbereiten. Darüber hinaus sollten vertraglich die Neutralität und der Schutz von Kriegsverwundeten sowie der Personen, die sie versorgen, gesichert werden. Das IKRK sowie die Genfer Konventionen haben ihre Gültigkeit und Bedeutung bis heute erhalten. So ist das IKRK beispielsweise seit dem Ausbruch der Konflikte in der Ostukraine im Jahr 2014 verstärkt dort im Land aktiv. Gemeinsam mit den örtlichen Hilfsorganisationen leisten sie humanitäre Hilfe zur Unterstützung und zum Schutz der Bevölkerung.
Das Rote Kreuz – oder in muslimischen Ländern der Rote Halbmond – ist dann kein Vereinswappen oder Firmenlogo, sondern international anerkanntes Schutzzeichen. Personen, Fahrzeuge und Gebäude, die im Sinne der humanitären Hilfe und des Bevölkerungsschutzes aktiv sind, stehen unter besonderem Schutz und treten neutral und unparteiisch auf. Sie gehören keiner Konfliktpartei an, sondern kümmern sich um die Menschen, die an den Folgen des Konfliktes leiden.
Selbst die Idee des Schutzzeichens und dafür ein rotes, gleichschenkliges Kreuz auf weißem Grund zu verwenden geht auf Dunant zurück. Übrigens ist dies die Umkehrung der Schweizer Flagge (weißes Kreuz auf rotem Grund). Aus religiösem Respekt ist später der Rote Halbmond und in wenigen Gebieten der „Rote Kristall“ sowie im Iran der Rote Löwe mit Roter Sonne als Schutzzeichen in den Genfer Zusatzprotokollen aufgenommen worden.
Im Jahr 1921 wurde in Bamberg das Deutsche Rote Kreuz gegründet. Es ist die nationale Rotkreuz-Gesellschaft in Deutschland im Sinne der Genfer Abkommen und somit Teil der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Sein Hauptsitz ist heute in Berlin. Die Geschichte der Erzhäuser DRK-Ortsvereinigung geht bis in das Jahr 1922 zurück. Damit begeht das Rote Kreuz in Erzhausen in diesem Jahr sein 100. Jubiläum. Zwar waren ursprünglich größere Feierlichkeiten geplant, aufgrund der Corona-Situation und der Neukonstituierung des Vorstandes werden diese jedoch erst einmal auf einen späteren Zeitpunkt verlegt.
Für die Versorgung und Betreuung von Verletzten und Erkrankten vorbereitet zu sein, das ist in allen Rotkreuz-Gemeinschaften stets zentrales und präsentes Thema. Für die Erzhäuser Bürgerinnen und Bürger hat dies den positiven „Nebeneffekt“, dass die Sanitäterinnen und Sanitäter aus Erzhausen das First-Responder-System aufgebaut haben. So können Schwerverletzte und schwer erkrankte Personen schnell Erste Hilfe erfahren. Die DRK-Sozialarbeit sowie das Jugendrotkreuz sind darüber hinaus im nicht-medizinischen Bereich aktiv und unterstützen aktuell beispielsweise die Hilfsaktionen für die Ukraine, soweit ihnen dies möglich ist. So hat die internationale Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung auch in Erzhausen ihren Sitz und die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer sind zu Ihrer Sicherheit und Ihrem Schutz gerne aktiv. Am Sonntag den 8. Mai ist Weltrotkreuztag und damit eine gute Gelegenheit Danke für diesen freiwilligen Dienst zu sagen.